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Eine gesunde Scheide reguliert sich weitgehend selbst: Milchsäurebakterien halten das Milieu leicht sauer. Am meisten tun Sie für Ihre Vaginalgesundheit mit sanfter Intimpflege, Safer Sex, einer ausgewogenen Ernährung und einem Arztbesuch, sobald sich etwas verändert. Die Ernährung spielt eine unterstützende Rolle: Studien bringen Ernährungsqualität, Blutzucker und Vitamin-D-Status mit der Scheidenflora in Verbindung. Kein Lebensmittel und kein Nahrungsergänzungsmittel ersetzt aber diese Grundlagen, und kein Nährstoff hat eine zugelassene Gesundheitsangabe für die Vaginalgesundheit.

Das Wichtigste zur Vaginalgesundheit

  • Bei Frauen im gebärfähigen Alter dominieren in der Scheidenflora meist Laktobazillen. Sie bilden Milchsäure und halten den pH-Wert bei etwa 3,8 bis 4,5.
  • Die bakterielle Vaginose ist die häufigste Ursache für veränderten Ausfluss bei Frauen im gebärfähigen Alter. Sie ist keine Geschlechtskrankheit, Sex kann das Gleichgewicht aber verändern.
  • Vaginalspülungen sind mit einem höheren Risiko für bakterielle Vaginose verbunden. Die Scheide reinigt sich selbst; für die Vulva genügen Wasser oder eine milde, parfümfreie Waschlotion.
  • Schlecht eingestellter Diabetes, Antibiotika und eine Schwangerschaft begünstigen Scheidenpilz.
  • Nach der Menopause wird die Scheidenschleimhaut durch weniger Östrogen dünner und der pH-Wert steigt. Trockenheit und Beschwerden sind dann ein Thema für Ihre Frauenärztin oder Ihren Frauenarzt, nicht für die Ernährung.
  • Vitamin A, Riboflavin (B2), Niacin und Biotin tragen zur Erhaltung normaler Schleimhäute bei. Diese zugelassene Angabe gilt für Schleimhäute allgemein, nicht speziell für die Scheide.

Was hält die Scheide gesund?

Die Scheide bleibt vor allem dann gesund, wenn man ihr natürliches Gleichgewicht nicht stört. Die Scheidenflora ist ein kleines Ökosystem: Laktobazillen ernähren sich vom Glykogen der Scheidenschleimhaut, bilden Milchsäure und lassen anderen Keimen wenig Platz. Die meisten Alltagsbeschwerden beginnen, wenn dieses Gleichgewicht aus dem Lot gerät, etwa durch Spülungen, parfümierte Produkte, einen neuen Partner, Antibiotika oder hormonelle Veränderungen.

Am besten belegt sind einfache Gewohnheiten:

  • Die Vulva waschen, nicht die Scheide. Nur äusserlich mit Wasser oder einer milden, parfümfreien Waschlotion. Verzichten Sie auf Intimspülungen, Intimdeos und parfümierte Feuchttücher.
  • Kondome bei neuen Partnern. Sie schützen vor sexuell übertragbaren Infektionen, und Studien verbinden Kondomgebrauch mit seltenerer bakterieller Vaginose.
  • Atmungsaktive Unterwäsche tragen und nasse Badekleidung oder verschwitzte Sportkleidung bald wechseln, denn Wärme und Feuchtigkeit fördern Pilze.
  • Von vorne nach hinten abwischen, damit Darmbakterien nicht in die Nähe von Scheide und Harnröhre gelangen.
  • Antibiotika nur auf ärztliche Verordnung einnehmen und es ansprechen, wenn Sie danach oft Scheidenpilz bekommen.
  • Gebärmutterhals-Vorsorge in den Abständen wahrnehmen, die Ihre Gynäkologin oder Ihr Gynäkologe empfiehlt.

Ernährung und Scheidenflora: Was sagt die Forschung?

Die Forschung zu Ernährung und Scheidenflora ist noch jung und beruht vor allem auf Beobachtungsstudien. Diese zeigen Zusammenhänge, aber keine Ursache. Die meistzitierten Ergebnisse:

  • Ernährungsqualität. In einer US-Kohortenstudie mit Frauen im gebärfähigen Alter war eine hohe Fettzufuhr mit schwerer bakterieller Vaginose verbunden, eine höhere Zufuhr von Folat, Vitamin E und Kalzium dagegen mit einem geringeren Risiko (Neggers et al., 2007).
  • Blutzucker. Ein hoher Blutzucker, etwa bei schlecht eingestelltem Diabetes, begünstigt Scheidenpilz. Für Menschen ohne Diabetes gibt es keine guten Belege, dass Zuckerverzicht allein Pilzinfektionen fernhält.
  • Vitamin-D-Status. Mehrere Studien, zum Beispiel bei Schwangeren, fanden bakterielle Vaginose häufiger bei Frauen mit tiefem Vitamin-D-Spiegel (Bodnar et al., 2009). Studien mit Vitamin-D-Präparaten gegen bakterielle Vaginose zeigen gemischte Ergebnisse; ein Präparat ist deshalb kein anerkanntes Mittel.
  • Fermentierte Lebensmittel und Probiotika. Joghurt, Kefir und Probiotika mit bestimmten Laktobazillen-Stämmen wurden untersucht, meist ergänzend zur ärztlichen Behandlung. Die Ergebnisse sind uneinheitlich, und die Wirkung hängt vom Stamm ab.

Für den Alltag heisst das: Eine abwechslungsreiche Ernährung mit Gemüse, Hülsenfrüchten, Vollkorn, Nüssen und genügend Eiweiss ist gut für den ganzen Körper und auch das am besten gestützte Ernährungsmuster für die Scheidengesundheit. Sie ergänzt Intimhygiene, Safer Sex und ärztliche Betreuung, ersetzt sie aber nicht.

Welche Vitamine und Mineralstoffe sind für die Scheide wichtig?

Es gibt kein Vitamin speziell für die Scheide. Mehrere Nährstoffe haben aber allgemeine Aufgaben in den beteiligten Geweben und Abwehrfunktionen. Die Tabelle zeigt, was die in der EU und der Schweiz zugelassenen Gesundheitsangaben erlauben.

NährstoffZugelassene Funktion (allgemein)Gute Quellen
Vitamin AErhaltung normaler Schleimhäute; normale Funktion des ImmunsystemsKarotten, Süsskartoffeln, Spinat (als Beta-Carotin)
Riboflavin (B2), Niacin, BiotinErhaltung normaler SchleimhäuteMandeln, Pilze, Vollkorn, Hülsenfrüchte, Haferflocken
Vitamin C, D, B6, B12, FolatNormale Funktion des ImmunsystemsPeperoni, Zitrusfrüchte, Sonnenlicht (D), angereicherte Lebensmittel (B12), Blattgemüse
Zink, Selen, EisenNormale Funktion des ImmunsystemsKürbiskerne, Linsen, Paranüsse, Vollkornbrot
Vitamin ESchutz der Zellen vor oxidativem StressSonnenblumenkerne, Haselnüsse, Rapsöl

Vitamin D und Scheide: gibt es einen Zusammenhang?

Ein tiefer Vitamin-D-Spiegel tritt in Studien häufiger zusammen mit bakterieller Vaginose auf. Ob Vitamin D die Scheidenflora direkt beeinflusst, ist aber nicht geklärt. Vitamin D trägt zu einer normalen Funktion des Immunsystems und zur Erhaltung normaler Knochen bei. Mehr dazu lesen Sie in unserem Artikel Vitamin D: Wirkung, Bedarf und wofür es gut ist.

Hilft Magnesium der Vagina?

Magnesium trägt zu einer normalen Muskelfunktion und zur Verringerung von Müdigkeit und Ermüdung bei. Belege, dass es die Scheidenflora oder das Wohlbefinden im Intimbereich verändert, gibt es nicht. Welche Nährstoffe für Sexualität und Intimität eine Rolle spielen, lesen Sie im Beitrag welche Vitamine für die Sexualität wirklich zählen. Folsäure ist für Frauen vor und in der frühen Schwangerschaft wichtig, siehe warum Frauen Folsäure brauchen.

Scheide, Harnwege und Wechseljahre

Scheide, Harnröhre und Blase liegen nahe beieinander, deshalb werden Beschwerden oft verwechselt. Brennen beim Wasserlösen und häufiger Harndrang deuten eher auf eine Blasenentzündung als auf ein Problem der Scheide hin. Cranberry wird für die Harnwege untersucht, nicht für die Scheide; was die Forschung dazu zeigt, steht in unserem Artikel Cranberry Kapseln: Wirkung und Wahl.

In und nach den Wechseljahren sind Trockenheit, Juckreiz und Schmerzen beim Sex häufig und werden oft verschwiegen. Ursache ist das sinkende Östrogen; wirksame Möglichkeiten wie Feuchtigkeitsgele oder eine lokale Hormontherapie bespricht Ihre Gynäkologin mit Ihnen. Für Knochen und allgemeine Gesundheit bleibt die Ernährung in dieser Phase wichtig, wie unser Beitrag zur Ernährung in den Wechseljahren zeigt.

Wann sollten Sie zur Frauenärztin?

Lassen Sie sich ärztlich untersuchen, statt selbst zu behandeln, wenn Sie Folgendes bemerken:

  • Ausfluss, der seine Farbe ändert, grau, grünlich oder schaumig wird oder fischig riecht;
  • Juckreiz, Brennen, Wundsein oder Ausschlag, der nach einigen Tagen nicht abklingt;
  • Schmerzen beim Sex oder Blutungen nach dem Sex oder zwischen den Perioden;
  • jede Blutung aus der Scheide nach der Menopause;
  • Beschwerden in der Schwangerschaft oder Scheidenpilz, der viermal oder öfter pro Jahr wiederkommt.

Rezeptfreie Mittel gegen Scheidenpilz sind nur sinnvoll, wenn eine Ärztin den Pilz schon einmal festgestellt hat und die Beschwerden genau gleich sind.

Welche Produkte unterstützen die vaginale Gesundheit?

Die wichtigsten "Produkte" sind unspektakulär: Wasser oder eine milde, parfümfreie Waschlotion, Kondome, atmungsaktive Unterwäsche und bei Trockenheit ein Gleitmittel oder Feuchtigkeitsgel. Sanbera stellt keine Produkte für die Vaginalgesundheit her, und kein Nahrungsergänzungsmittel darf eine solche Wirkung versprechen. Ein Multivitamin kann helfen, den allgemeinen Nährstoffbedarf zu decken, wenn Ihre Ernährung Lücken hat. Daily Essential Women liefert pro 3 Tabletten 200 µg Vitamin A (25 % NRV), 1,05 mg Riboflavin (75 %), 12 mg Niacin (75 %) und 25 µg Biotin (50 %); sie tragen zur Erhaltung normaler Schleimhäute bei. Dazu kommen Vitamin C, D, B6, B12, Folsäure, Eisen, Zink und Selen, die zu einer normalen Funktion des Immunsystems beitragen, sowie 6 mg Vitamin E (50 %), das dazu beiträgt, die Zellen vor oxidativem Stress zu schützen. Die Formel ist vegan und in der Schweiz hergestellt.

Häufige Fragen

Welche Vitamine sind gut für die Vaginalgesundheit?

Kein Vitamin hat eine zugelassene Angabe speziell für die Vaginalgesundheit. Vitamin A, Riboflavin, Niacin und Biotin tragen allgemein zur Erhaltung normaler Schleimhäute bei; Vitamin A, C, D, B6, B12, Folat, Zink, Selen und Eisen tragen zu einer normalen Funktion des Immunsystems bei. Eine abwechslungsreiche Ernährung deckt diese meist ab; ein Präparat hilft nur bei zu tiefer Zufuhr.

Beeinflusst die Ernährung die Scheidenflora?

Möglicherweise, die Belege stammen aber vor allem aus Beobachtungsstudien. Eine hohe Fettzufuhr, hoher Blutzucker und ein tiefer Vitamin-D-Spiegel wurden mit bakterieller Vaginose oder Scheidenpilz in Verbindung gebracht, mehr Folat, Vitamin E und Kalzium mit einem geringeren Risiko. Das beweist keine Ursache; die Ernährung ergänzt Intimhygiene, Safer Sex und ärztliche Betreuung.

Helfen Probiotika der Scheidenflora?

Bestimmte Laktobazillen-Stämme wurden untersucht, meist zusätzlich zu Antibiotika oder Pilzmitteln, mit uneinheitlichen Ergebnissen. Die Wirkung hängt vom genauen Stamm und der Menge ab, und für die meisten Produkte gibt es kaum Belege. Probiotika ersetzen weder Diagnose noch Behandlung; fragen Sie Ihre Gynäkologin, ob ein bestimmtes Produkt für Sie sinnvoll ist.

Wie pflegt man den Intimbereich richtig?

Das Innere der Scheide müssen Sie nicht reinigen, sie reinigt sich über den natürlichen Ausfluss selbst. Waschen Sie die Vulva, also den äusseren Bereich, einmal täglich mit warmem Wasser oder einer milden, parfümfreien Waschlotion. Verzichten Sie auf Spülungen, parfümierte Seifen, Intimdeos und Duft-Feuchttücher, denn sie stören die schützenden Laktobazillen.

Woran erkennt man eine gesunde Scheide?

Eine gesunde Scheide hat einen klaren bis weisslichen Ausfluss, dessen Menge und Konsistenz sich im Zyklus verändert, und einen milden, nicht unangenehmen Geruch. Jucken, Brennen oder Schmerzen gehören nicht dazu. Aussehen und Form der Vulva sind von Frau zu Frau sehr verschieden und fast immer normal. Ändern sich Ausfluss oder Geruch deutlich, lassen Sie es ärztlich abklären.

Quellen

This article is for general information and does not replace advice from a doctor or pharmacist. Food supplements are not a substitute for a varied, balanced diet and a healthy lifestyle.

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