Hochwertige Bio-Nahrungsergänzungsmittel tragen ein anerkanntes Bio-Siegel und den Code der Kontrollstelle, nennen jede Zutat mit Menge und Form und bleiben bei der Dosierung nahe an den Nährstoffbezugswerten. «Bio» beschreibt aber, wie die pflanzlichen Zutaten angebaut wurden, nicht, wie gut ein Präparat wirkt: Isolierte Vitamine und Mineralstoffe können kaum bio-zertifiziert sein, und eine gut gewählte konventionelle Nährstoffform wird oft genauso gut aufgenommen. Beurteilen Sie Zertifizierung, Zusammensetzung und Transparenz deshalb gemeinsam.
Das Wichtigste in Kürze: Bio-Nahrungsergänzung
- In der Schweiz und der EU sind «Bio», «biologisch» und «öko» geschützte Begriffe. Als Bio-Produkt darf nur verkauft werden, was zu mindestens 95 Gewichtsprozent aus biologischen Zutaten landwirtschaftlichen Ursprungs besteht.
- Vorverpackte Bio-Lebensmittel aus der EU tragen das EU-Bio-Logo und den Code der Kontrollstelle (zum Beispiel «DE-ÖKO-001»); Schweizer Bio-Produkte nennen einen Code in der Form «CH-BIO-xxx».
- Vitamine und Mineralstoffe sind keine landwirtschaftlichen Zutaten. Die EU-Bio-Regeln erlauben sie in verarbeiteten Bio-Lebensmitteln nur, wo sie gesetzlich vorgeschrieben sind. Die meisten «Bio-Vitamine» stammen deshalb aus Bio-Pflanzenpulvern wie Acerola.
- Synthetisches Vitamin C und Vitamin C aus Früchten sind laut einer Übersichtsarbeit von 2013 gleich gut bioverfügbar.
- Folsäure wird besser aufgenommen als natürliches Folat aus Lebensmitteln: rund 85 % mit einer Mahlzeit, gegenüber etwa 50 % bei Nahrungsfolat.
- Natürliches Vitamin E (d-Alpha-Tocopherol) ist biologisch aktiver als die gleiche Menge synthetisches dl-Alpha-Tocopherol.
Was bedeutet «Bio» bei Nahrungsergänzungsmitteln?
Ein Bio-Nahrungsergänzungsmittel enthält landwirtschaftliche Zutaten wie Fruchtpulver, Kräuter oder Pflanzenextrakte aus zertifiziert biologischem Anbau. In der EU gilt die Verordnung (EU) 2018/848, in der Schweiz die Bio-Verordnung. Beide Systeme anerkennen sich gegenseitig als gleichwertig.
Biologischer Anbau heisst: keine chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmittel und Kunstdünger auf dem Feld, keine gentechnisch veränderten Organismen (GVO) und regelmässige Kontrollen bei jedem Betrieb, Verarbeiter und Importeur der Kette. Das schont auch die Biodiversität der Anbauflächen. Private Labels gehen weiter: Die Knospe von Bio Suisse etwa stellt strengere Anforderungen als das gesetzliche Minimum.
Bio, natürlich und pflanzlich sind nicht dasselbe
- Bio ist ein gesetzlich geschützter, kontrollierter Standard für die Herstellung landwirtschaftlicher Zutaten.
- Natürlich ist bei Nahrungsergänzungsmitteln nicht gesetzlich definiert. Es kann Zutaten aus ganzen Lebensmitteln, Vitamine aus natürlichen Quellen oder schlicht Werbung bedeuten.
- Pflanzlich oder vegan heisst frei von tierischen Zutaten und sagt nichts über die Anbauweise. Mehr dazu in unserem Ratgeber zu pflanzlichen Nahrungsergänzungsmitteln und den Nährstoffen, die Veganer brauchen.
Gibt es Bio-Vitamine und Bio-Mineralstoffe?
Kaum. Mineralstoffe wie Zink, Magnesium oder Eisen stammen aus Mineralsalzen, nicht vom Acker, und können deshalb nicht bio sein. Die meisten Vitamine in Nahrungsergänzungsmitteln werden durch Fermentation oder chemische Synthese hergestellt. Weil die EU-Bio-Regeln zugesetzte Vitamine und Mineralstoffe nur erlauben, wo sie gesetzlich vorgeschrieben sind, bezieht ein bio-zertifiziertes Multivitamin seine Nährstoffe meist aus Bio-Pflanzen, zum Beispiel Vitamin C aus Acerola.
Das hat praktische Folgen. Pflanzenpulver enthalten von den meisten Vitaminen nur mässige, natürlich schwankende Mengen und praktisch kein Vitamin B12 oder Vitamin D. Ein Präparat nur aus Bio-Zutaten liefert deshalb selten ein breites Nährstoffspektrum in relevanter Dosierung. Enthält ein Produkt Bio-Pflanzenzutaten und zugesetzte Vitamine oder Mineralstoffe, darf «Bio» meist nur im Zutatenverzeichnis stehen, nicht als Auslobung für das ganze Produkt.
Sind Bio-Nahrungsergänzungsmittel besser?
In manchen Punkten ja, in anderen nicht. Der klarste Vorteil liegt im Anbau der pflanzlichen Zutaten: weniger Pestizidrückstände und die ökologischen Vorteile des Biolandbaus. Eine grosse systematische Übersichtsarbeit in den Annals of Internal Medicine (2012) fand bei Bio-Obst und -Gemüse ein um rund 30 % geringeres Risiko für nachweisbare Pestizidrückstände; bei konventioneller Ware lagen die Rückstände allerdings selten über den gesetzlichen Höchstwerten. Für einen höheren Nährstoffgehalt von Bio-Lebensmitteln fand dieselbe Arbeit keine überzeugenden Belege.
Für die Nährstoffe selbst zählen Form, Dosierung und Herstellungsqualität mehr als das Bio-Siegel. Es ist ein gutes Zeichen für die landwirtschaftlichen Zutaten, sagt aber nicht, ob die Rezeptur Ihren Bedarf deckt.
Bioverfügbarkeit: warum die Form wichtiger ist als die Dosis
Die Bioverfügbarkeit beschreibt, welcher Anteil eines Nährstoffs aufgenommen und verwertet wird. Ein Präparat mit sehr hoher Dosis in einer schlecht verwertbaren Form kann weniger liefern als eine moderate Dosis in gut verwertbarer Form. Ob ein Vitamin natürlich oder synthetisch ist, spielt dabei eine kleinere Rolle als oft angenommen. Wichtiger sind meist die chemische Form und die Einnahme zu einer Mahlzeit.
| Nährstoff | Natürlich oder synthetisch: was die Daten zeigen |
|---|---|
| Vitamin C | Synthetische Ascorbinsäure und Vitamin C aus Früchten sind gleich gut bioverfügbar. |
| Folat | Synthetische Folsäure wird besser aufgenommen als natürliches Folat aus Lebensmitteln. |
| Vitamin E | Natürliches d-Alpha-Tocopherol ist aktiver als synthetisches dl-Alpha-Tocopherol. |
| Vitamin D | Vitamin D3 hebt den Blutspiegel wirksamer als Vitamin D2; veganes D3 aus Flechten ist erhältlich. |
| Fettlösliche Vitamine (A, D, E) | Werden mit einer fetthaltigen Mahlzeit besser aufgenommen, unabhängig von der Quelle. |
«Ein Präparat sollte niemals allein anhand der darin enthaltenen Nährstoffmenge beurteilt werden. Das Zusammenspiel von Nährstoffform, Bioverfügbarkeit und der Gesamtqualität des Präparats entscheidet letztendlich darüber, wie effektiv der Körper diese Nährstoffe verwerten kann.» Das wissenschaftliche Team von Sanbera
Ganze Lebensmittel enthalten neben Vitaminen auch Pflanzenstoffe wie Polyphenole, Carotinoide und Flavonoide. Sie werden viel erforscht, gesundheitsbezogene Angaben sind für sie aber nicht zugelassen. Seien Sie bei Wirkversprechen deshalb vorsichtig.
Hochwertige Bio-Nahrungsergänzungsmittel erkennen: Checkliste
Qualität zeigt sich selten an einer schönen Verpackung oder grossen Versprechen. Prüfen Sie vor dem Kauf:
- Zertifizierung: ein offizielles Bio-Logo und der Code der Kontrollstelle. «Mit Bio-Zutaten» oder «natürlich» allein ist keine Zertifizierung.
- Was wirklich bio ist: Das Zutatenverzeichnis zeigt, welche Zutaten biologisch sind und bei unter 95 % den Bio-Anteil.
- Menge pro Tagesdosis und % NRV: Mengen um 100 % des Nährstoffbezugswerts passen für die meisten Menschen. Produkte aus ganzen Lebensmitteln liefern oft deutlich weniger, Hochdosis-Präparate deutlich mehr.
- Nährstoffformen: Die Form sollte genannt sein, etwa d-Alpha-Tocopherol, Cholecalciferol (D3) oder Zinkcitrat.
- Zusatzstoffe: Tabletten brauchen kleine Mengen Füll- und Bindemittel, aber keine unnötigen Farbstoffe, Süssungsmittel oder Zucker.
- Herstellung und Rückverfolgbarkeit: Hersteller, Produktionsland, Chargennummer und Mindesthaltbarkeitsdatum.
- Ehrliche Angaben: gesundheitsbezogene Aussagen im zugelassenen Wortlaut wie «trägt zu … bei». Versprechen, Krankheiten zu heilen oder zu verhüten, sind bei Lebensmitteln nicht erlaubt und ein Warnsignal.
Wenn Sie zuerst klären möchten, welche Nährstoffe Sie überhaupt brauchen, lesen Sie unseren Ratgeber Welche Nahrungsergänzungsmittel sind sinnvoll und für wen? Eine Schritt-für-Schritt-Prüfung des Etiketts finden Sie unter So wählen Sie ein gutes Multivitamin.
Natürliche Nahrungsergänzungsmittel aus der Schweiz: wo Sanbera steht
Ganz offen: Die Rezepturen von Sanbera sind vegan und in der Schweiz hergestellt, aber nicht bio-zertifiziert. Sie kombinieren Frucht- und Pflanzenextrakte mit Vitaminen und Mineralstoffen in bewährten Nährstoffformen, etwa natürlichem Vitamin E (d-Alpha-Tocopherol) und Beta-Carotin als Quelle für Vitamin A, in moderater Dosierung. Jede Zutat und ihre Form steht auf der jeweiligen Produktseite.
- Daily Essential Women enthält Acerola- und Holunderbeerextrakt und liefert pro 3 Tabletten unter anderem Vitamin C 43,1 mg (54 % NRV), Vitamin E 6 mg (50 % NRV) und Eisen 7 mg (50 % NRV).
- Daily Essential Men enthält Acerola und Guarana, das von Natur aus Koffein enthält, und liefert pro 3 Tabletten Vitamin C 51,8 mg (65 % NRV), Vitamin E 9 mg (75 % NRV) und Zink 4 mg (40 % NRV).
Vitamin C, Vitamin E und Zink tragen dazu bei, die Zellen vor oxidativem Stress zu schützen. Die Daily Essentials werden nach einer Mahlzeit eingenommen, was die Aufnahme der fettlöslichen Vitamine unterstützt. Acerola, eine natürliche Vitamin-C-Quelle, steckt in allen vier Sanbera-Rezepturen.
Hergestellt werden unsere Rezepturen bei Dixa, unserem Produktionspartner in St. Gallen. Jede Packung wird von der VEBO konfektioniert, einem Schweizer Sozialunternehmen, das Menschen mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen beschäftigt. Pro verkauftem Produkt spenden wir einen festen Betrag an die ZEWO-zertifizierte Stiftung Biovision, die sich für gesündere Ökosysteme und widerstandsfähigere Ernährungssysteme einsetzt. Mehr dazu in Was macht ein Nahrungsergänzungsmittel nachhaltig?
«Sanbera wurde auf der Grundlage einer einfachen Überzeugung gegründet: Wellness sollte sich authentisch anfühlen. Jede Zutat, die wir auswählen, jede Partnerschaft, die wir eingehen, und jedes Produkt, das wir entwickeln, beginnt mit derselben Frage: Würden wir dies den Menschen, die wir lieben, guten Gewissens empfehlen? Wenn die Antwort ‹Nein› lautet, hat es in unseren Tiegeln nichts zu suchen.» Tina Erni, Gründerin und Mitbegründerin
Häufige Fragen
Sind Bio-Nahrungsergänzungsmittel besser?
Bio-Nahrungsergänzungsmittel sind besser, was den Anbau ihrer pflanzlichen Zutaten betrifft: weniger Rückstände synthetischer Pestizide, keine Gentechnik und kontrollierte Lieferketten. Für Ihre Nährstoffversorgung sind sie nicht automatisch besser. Die Aufnahme hängt von Nährstoffform, Dosierung und Einnahme zum Essen ab. Eine gute Wahl verbindet Zertifizierung mit einem transparenten Etikett und Mengen nahe 100 % der Referenzwerte.
Werden Bio-Vitamine besser aufgenommen?
Nicht unbedingt. Vitamin C aus Früchten und synthetisches Vitamin C sind gleich gut bioverfügbar, und synthetische Folsäure wird sogar besser aufgenommen als Folat aus Lebensmitteln. Die wichtigste Ausnahme ist natürliches Vitamin E, das aktiver ist als die synthetische Form. Fettlösliche Vitamine zu einer Mahlzeit einzunehmen, macht mehr Unterschied als ihre Bio-Herkunft.
Welche Bio-Nahrungsergänzungsmittel sind die besten?
Ein bestes Produkt für alle gibt es nicht. Achten Sie auf ein offizielles Bio-Logo mit Code der Kontrollstelle, ein vollständiges Zutatenverzeichnis mit Kennzeichnung der Bio-Anteile und die Menge jedes Nährstoffs pro Tag mit % NRV. Reine Bio-Präparate aus ganzen Lebensmitteln enthalten selten Vitamin B12 oder Vitamin D; vor allem vegan lebende Menschen brauchen diese oft zusätzlich.
Woran erkenne ich echte Bio-Qualität?
Echte Bio-Qualität erkennen Sie am EU-Bio-Logo oder an einem Schweizer Bio-Label wie der Knospe von Bio Suisse, zusammen mit dem Code der Kontrollstelle auf der Packung, in der Schweiz in der Form «CH-BIO-xxx». Begriffe wie «natürlich», «rein» oder «clean» sind nicht geschützt. Liegt der Bio-Anteil unter 95 %, dürfen Bio-Zutaten nur im Zutatenverzeichnis genannt werden.
Gibt es natürliche Nahrungsergänzungsmittel ohne Zusatzstoffe?
Nur bedingt. Tabletten und Kapseln brauchen kleine Mengen Füll-, Binde- oder Trennmittel, damit sie stabil und gleichmässig dosiert sind. Wichtig ist, dass keine unnötigen Farbstoffe, Süssungsmittel oder Zucker enthalten sind. Auch natürlich heisst nicht risikofrei: Pflanzenextrakte können mit Medikamenten wechselwirken. Fragen Sie bei Dauermedikation, in der Schwangerschaft oder Stillzeit Ihre Ärztin oder Apotheke.
Quellen
- EUR-Lex: Verordnung (EU) 2018/848 über die ökologische/biologische Produktion und die Kennzeichnung von ökologischen/biologischen Erzeugnissen
- Schweizerischer Bundesrat: Bio-Verordnung (SR 910.18)
- Europäische Kommission: Das EU-Bio-Logo
- Carr AC, Vissers MCM (2013): Synthetic or food-derived vitamin C: are they equally bioavailable? Nutrients
- Smith-Spangler C et al. (2012): Are organic foods safer or healthier than conventional alternatives? A systematic review. Annals of Internal Medicine
- National Institutes of Health, Office of Dietary Supplements: Folate, Health Professional Fact Sheet
This article is for general information and does not replace advice from a doctor or pharmacist. Food supplements are not a substitute for a varied, balanced diet and a healthy lifestyle.