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  • von Marjan
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Jod ist ein Spurenelement, das die Schilddrüse braucht, um ihre Hormone Thyroxin (T4) und Trijodthyronin (T3) zu bilden. Diese Hormone steuern den Stoffwechsel in fast jeder Zelle. Die zugelassene Wirkung von Jod: Es trägt zu einer normalen Produktion von Schilddrüsenhormonen und zu einer normalen Schilddrüsenfunktion bei, ausserdem zu einem normalen Energiestoffwechsel, einer normalen kognitiven Funktion, einer normalen Funktion des Nervensystems und zur Erhaltung normaler Haut. Erwachsene brauchen rund 150 µg pro Tag, in Schwangerschaft und Stillzeit mehr. Die wichtigsten Quellen sind Jodsalz, Meeresfisch und Milchprodukte – wer vegan isst oder wenig salzt, ist deshalb häufiger knapp versorgt.

Jod: die wichtigsten Fakten

  • Tagesbedarf (D-A-CH-Referenzwerte, neu 2025): 150 µg für Erwachsene, 220 µg in der Schwangerschaft und 230 µg in der Stillzeit.
  • Der Nährstoffbezugswert (NRV) auf Etiketten in der EU und der Schweiz beträgt 150 µg.
  • Sichere Höchstmenge (EFSA): 600 µg pro Tag aus allen Quellen für Erwachsene, auch in der Schwangerschaft.
  • In der Schweiz wird Speisesalz seit 1922 jodiert; Jodsalz enthält heute 25 mg Jod pro Kilogramm, also 25 µg pro Gramm.
  • Meeresfische wie Seelachs, Schellfisch und Kabeljau liefern rund 100 bis 250 µg pro 100 g; pflanzliche Lebensmittel enthalten meist sehr wenig.
  • Getrocknete Algen schwanken enorm: Kombu (Kelp) kann in einem einzigen Gramm mehr als 1000 µg enthalten.

Was macht Jod im Körper?

Der Körper kann Jod nicht selbst herstellen und speichert nur wenig davon, vor allem in der Schilddrüse. Sie nimmt Jod aus dem Blut auf und baut es in T4 und T3 ein. Diese Hormone bestimmen, wie schnell der Körper Energie verbraucht, und beeinflussen Körpertemperatur, Herzschlag und Verdauung; bei Kindern sind sie für Wachstum und Gehirnentwicklung unverzichtbar. Fehlt Jod, kann die Schilddrüse nicht genug Hormone bilden und vergrössert sich unter Umständen, um mehr Jod einzufangen (Kropf).

Jod Wirkung: die zugelassenen Angaben

In der EU und der Schweiz dürfen für Nährstoffe nur gesundheitsbezogene Angaben aus dem offiziellen Register gemacht werden. Für Jod lautet der zugelassene Wortlaut, dass Jod beiträgt:

  • zu einer normalen Produktion von Schilddrüsenhormonen und zu einer normalen Schilddrüsenfunktion;
  • zu einem normalen Energiestoffwechsel;
  • zu einer normalen kognitiven Funktion;
  • zu einer normalen Funktion des Nervensystems;
  • zur Erhaltung normaler Haut.

Viele Listen im Internet versprechen weit mehr, vom Abnehmen bis zur «Entgiftung». Diese Wirkungen sind weder zugelassen noch gut belegt. Was Jod tatsächlich tut, ist einfacher und wichtiger: Es versorgt die Schilddrüse, damit der übrige Körper normal arbeiten kann.

Was macht Jod mit der Schilddrüse bei Frauen und Männern?

Frauen und Männer brauchen gleich viel Jod, nämlich 150 µg pro Tag, und es erfüllt bei beiden dieselben Aufgaben. Die Unterschiede liegen in Lebensphase und Risiko.

Frauen: Warum Jod in Schwangerschaft und Stillzeit wichtig ist

In der Schwangerschaft bildet die Schilddrüse der Mutter mehr Hormone, und das Kind ist für die Entwicklung seiner eigenen Schilddrüse und seines Gehirns auf ihr Jod angewiesen, vor allem in den ersten Monaten. Deshalb steigt der Referenzwert in der Schwangerschaft auf 220 µg und in der Stillzeit auf 230 µg. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt Schwangeren und Stillenden zusätzlich zu Jodsalz ein Jodpräparat mit 100 bis 150 µg pro Tag – nach Rücksprache mit der Ärztin oder dem Arzt. Schilddrüsenerkrankungen sind bei Frauen zudem häufiger; auch deshalb sollten Sie jedes Präparat vorher besprechen.

Männer

Bei Männern unterstützt eine ausreichende Jodzufuhr dieselbe normale Schilddrüsenfunktion, denselben Energiestoffwechsel und dieselbe kognitive Funktion. Es gibt keine guten Belege dafür, dass Jod über den Tagesbedarf hinaus Männern zusätzliche Vorteile bringt, etwa für Testosteron oder Muskeln. Prüfen sollten ihre Zufuhr vor allem Männer, die wenig Fisch und Milchprodukte essen, ohne Jodsalz kochen oder sich vegan ernähren.

Jod Wirkung auf Haut und Haare

Jod trägt zur Erhaltung normaler Haut bei – das ist eine zugelassene Angabe. Menschen mit einer Unterfunktion der Schilddrüse haben oft trockene, raue Haut und glanzloses Haar; ein Jodmangel kann sich also äusserlich zeigen. Das heisst aber nicht, dass mehr Jod zu schönerer Haut oder schnellerem Haarwachstum führt: Ist der Bedarf gedeckt, bringt zusätzliches Jod nichts, und zu viel kann die Schilddrüse aus dem Gleichgewicht bringen. Jodlösungen auf der Haut sind Desinfektionsmittel für kleine Wunden, kein Kosmetikum und kein Nährstoff. Welche Vitamine und Mineralstoffe für die Haut wirklich zählen, lesen Sie in unserem Ratgeber die besten Vitamine für Ihre Haut.

Wofür wird Jod verwendet?

Unter «Jod» findet man sehr unterschiedliche Produkte:

  • Ernährung: Jodid in Jodsalz, Lebensmitteln und Multivitaminpräparaten deckt den Tagesbedarf von höchstens einigen hundert Mikrogramm.
  • Desinfektion: Povidon-Jod-Lösungen desinfizieren die Haut vor Operationen und bei kleinen Wunden. Sie sind nur zur äusseren Anwendung bestimmt und dürfen nicht geschluckt werden.
  • Medizinische Bildgebung: Jodhaltige Kontrastmittel machen Blutgefässe und Organe im Röntgen und CT sichtbar.
  • Strahlennotfall: Hoch dosierte Kaliumiodid-Tabletten blockieren die Aufnahme von radioaktivem Jod in die Schilddrüse. In der Schweiz werden sie an Haushalte in der Umgebung von Kernkraftwerken abgegeben und dürfen nur auf Anweisung der Behörden eingenommen werden.

Was enthält Jod? Lebensmittel und Jodsalz

Der Jodgehalt hängt vom Boden, vom Tierfutter und vom verwendeten Salz ab; die Werte schwanken deshalb. Die Böden in der Schweiz und in Mitteleuropa sind von Natur aus jodarm, weshalb hier angebaute Früchte, Gemüse und Getreide nur sehr wenig Jod liefern.

LebensmittelJod (ca.)
Jodsalz (Schweiz)25 µg pro Gramm
Seelachs, Schellfisch, Kabeljau100 bis 250 µg pro 100 g
Crevettenrund 130 µg pro 100 g
Hartkäserund 20 bis 40 µg pro 100 g
Milch und Joghurtrund 10 bis 15 µg pro 100 g
Ei (ein Stück)rund 5 bis 10 µg
Nori (getrocknet)rund 15 bis 40 µg pro Gramm
Kombu / Kelp (getrocknet)oft über 1000 µg pro Gramm

Rund 4 g Jodsalz pro Tag liefern 100 µg, also zwei Drittel des Tagesbedarfs. Wenn Sie salzen, dann mit Jodsalz – beim Kochen und Backen –, aber essen Sie nicht wegen des Jods mehr Salz. Fertigprodukte und Restaurantgerichte werden in der Schweiz oft mit nicht jodiertem Salz hergestellt.

Bekommen Veganer genug Jod?

Oft nicht. Die ergiebigsten natürlichen Quellen sind Fisch und Milchprodukte, und Studien in Europa haben bei Veganerinnen und Veganern wiederholt eine schlechtere Jodversorgung festgestellt als bei Mischköstlern. Algen sind keine verlässliche Lösung, weil ihr Jodgehalt unberechenbar und oft viel zu hoch ist. Sinnvoll ist Jodsalz in der eigenen Küche plus ein Präparat mit einer moderaten, bekannten Jodmenge. Jod steht auf derselben Liste kritischer Nährstoffe der veganen Ernährung wie Vitamin B12 und Eisen, dessen Bedarf bei Frauen und Männern verschieden ist.

Welche Jodmangelerscheinungen gibt es?

Ein leichter Jodmangel verursacht meist keine eindeutigen Beschwerden. Bleibt die Zufuhr lange zu niedrig, können die Schilddrüsenhormone sinken, und folgende Anzeichen auftreten:

  • eine Schwellung vorne am Hals (Kropf);
  • Müdigkeit, Kälteempfindlichkeit und verlangsamtes Denken;
  • Gewichtszunahme, Verstopfung, trockene Haut;
  • in der Schwangerschaft ein Risiko für Wachstum und Gehirnentwicklung des Kindes.

Dieselben Anzeichen haben viele andere Ursachen. Die Jodversorgung einer Bevölkerung wird im Urin gemessen; bei Einzelpersonen bestimmt die Ärztin oder der Arzt in der Regel die Schilddrüsenwerte (TSH, fT4) und untersucht die Schilddrüse.

Kann man zu viel Jod einnehmen?

Ja. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit hat die tolerierbare Höchstmenge für Erwachsene auf 600 µg pro Tag aus allen Quellen festgelegt. Wer regelmässig mehr aufnimmt, kann die Schilddrüsenfunktion stören und eine Über- oder Unterfunktion auslösen, besonders bei bestehenden Schilddrüsenerkrankungen wie Hashimoto-Thyreoiditis oder Knoten. Die grössten Risiken sind Algenprodukte und hoch dosierte Jodpräparate.

Jodtropfen, flüssiges und «naszierendes» Jod

Jodtropfen und flüssiges Jod werden oft mit Versprechen wie «mehr Energie» oder «Hormonbalance» verkauft. Keines dieser Versprechen ist zugelassen. Viele Produkte liefern pro Dosis mehrere hundert oder sogar tausende Mikrogramm – weit über dem Tagesbedarf und der Höchstmenge. Wenn Sie ein solches Produkt verwenden, prüfen Sie die Menge pro Tropfen, rechnen Sie Ihre übrigen Quellen dazu und bleiben Sie insgesamt unter 600 µg. Schlucken Sie niemals Jodlösungen zur Desinfektion. Wenn Sie eine Schilddrüsenerkrankung haben oder Schilddrüsenmedikamente einnehmen, fragen Sie vor jedem Jodpräparat Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.

Jod in den Sanbera-Formeln

Daily Essential Women und Daily Essential Men liefern pro Tagesportion von drei Tabletten je 37,5 µg Jod, 25 % des NRV. Diese moderate Menge soll Jodsalz und eine abwechslungsreiche Ernährung ergänzen, nicht ersetzen; zusammen mit der normalen Ernährung bleibt sie deutlich unter der Höchstmenge von 600 µg. Jod trägt zu einer normalen Produktion von Schilddrüsenhormonen und zu einer normalen Schilddrüsenfunktion sowie zu einer normalen kognitiven Funktion bei. Beide Formeln enthalten ausserdem 12,5 µg Selen (23 % NRV), das zu einer normalen Schilddrüsenfunktion beiträgt; mehr zu diesem Partner-Nährstoff lesen Sie in unserem Artikel über die Wirkung von Selen. Die Nightly-Reload-Formeln enthalten kein Jod. Unsicher, welche Nahrungsergänzungsmittel sich überhaupt lohnen? Lesen Sie welche Nahrungsergänzungsmittel sinnvoll sind.

Häufige Fragen

Was macht Jod im Körper?

Jod ist ein Baustein der Schilddrüsenhormone. Es trägt zu einer normalen Produktion von Schilddrüsenhormonen und zu einer normalen Schilddrüsenfunktion, zu einem normalen Energiestoffwechsel, einer normalen kognitiven Funktion, einer normalen Funktion des Nervensystems und zur Erhaltung normaler Haut bei. In Schwangerschaft und Kindheit ist es für normales Wachstum und die Gehirnentwicklung unverzichtbar. Erwachsene brauchen rund 150 µg pro Tag.

Warum ist Jod im Salz?

Salz wird jodiert, weil die Böden in der Schweiz und in weiten Teilen Europas wenig Jod enthalten und die einheimischen Lebensmittel allein nicht genug liefern. Bevor die Schweiz 1922 Jodsalz einführte, war der Kropf in den Alpenregionen weit verbreitet. Jodsalz erreicht günstig und zuverlässig die ganze Bevölkerung; Schweizer Jodsalz enthält heute 25 µg Jod pro Gramm.

Warum Jod in der Schwangerschaft?

Schwangere brauchen mehr Jod, nämlich 220 µg pro Tag, weil Schilddrüse und Gehirn des Kindes darauf angewiesen sind. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt in Schwangerschaft und Stillzeit zusätzlich zu Jodsalz ein Präparat mit 100 bis 150 µg pro Tag. Frauen mit einer Schilddrüsenerkrankung sprechen vorher mit ihrer Ärztin oder ihrem Arzt, die die passende Dosis festlegen.

Wann sollte man Jod am besten einnehmen?

Die Tageszeit spielt kaum eine Rolle, denn Jodid wird fast vollständig aufgenommen. Wichtiger ist, es regelmässig einzunehmen, etwa jeden Tag zur gleichen Mahlzeit, damit Sie es nicht vergessen. Wer Schilddrüsenhormone einnimmt, nimmt diese meist nüchtern am Morgen; besprechen Sie in diesem Fall mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, ob und wann zusätzliches Jod sinnvoll ist.

Ist Jod jeden Tag unbedenklich?

Ja, der Körper braucht jeden Tag Jod, weil er nur wenig speichern kann. Rund 150 µg pro Tag reichen für Erwachsene, die sichere Höchstmenge liegt bei 600 µg aus allen Quellen. Jodsalz, Meeresfisch, Milchprodukte und ein Multivitaminpräparat mit moderater Dosis decken den Bedarf. Täglich hoch dosiertes Jod, etwa aus Kelp-Tabletten, ist ohne ärztlichen Rat nicht empfehlenswert.

Quellen

This article is for general information and does not replace advice from a doctor or pharmacist. Food supplements are not a substitute for a varied, balanced diet and a healthy lifestyle.

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